Ob mit Krone, Schwert oder Fischflosse - Disneys Prinzessinnen haben längst den Sprung aus dem Animationsfilm geschafft. In den letzten Jahren wurden viele der großen Klassiker als Realverfilmungen neu erzählt. Und dabei ging es nicht nur um Optik: Plötzlich stehen Themen wie Selbstbestimmung, kulturelle Vielfalt oder neue Heldinnenbilder im Mittelpunkt.
Manche Filme bleiben eng an der Vorlage, andere denken die Geschichte mutig weiter. In diesem Ranking finden sich die relevantesten Realverfilmungen - von märchenhaft bis modernisiert und von nostalgisch bis kontrovers. Bei diesen Prinzessinnen geht es um die Charakterentwicklung, die erzählerische Qualität und darum, was wirklich hängenbleibt. Erfahre hier, wo du die Filme streamen kannst.
6. Schneewittchen (2025)
Mit Schneewittchen hat sich Disney den ältesten Stoff im Repertoire vorgenommen und modernisiert ihn deutlich. Rachel Zegler verkörpert die Hauptrolle als junge Frau, die diesmal mehr ist als das schönste Mädchen im Wald. Die Geschichte setzt in der neuesten Version viel weniger auf Romantik und dafür mehr auf Eigenverantwortung.
Optisch bleibt hier vieles im Märchenhaften, aber die Figuren sind klarer gezeichnet. Gal Gadot als Königin bringt Glanz und Bedrohung zugleich. Manche Fans vermissen das klassische Märchenfeeling, andere begrüßen die frische Erzählweise. Fest steht: Dieses Schneewittchen ist nicht mehr naiv. Und genau das macht sie interessant. Trotz der wichtigen Modernisierungen erreicht sie aber noch nicht ganz die erzählerische Tiefe anderer Beiträge.
5. Mulan (2020)
Von allen Disney-Verfilmungen bricht Mulan wohl am stärksten mit der Tradition. Hier gibt es keinen Gesang, keine Sidekicks und keine überbordende Romantik. Stattdessen erzählt der Film die Geschichte als episches Kriegsdrama, inspiriert vom chinesischen Wuxia-Kino. Liu Yifei spielt Mulan als stille, entschlossene Figur, deren innere Stärke im Vordergrund steht.
Nicht alle waren begeistert: Fans des Zeichentrickfilms vermissten Leichtigkeit und Charme, kulturell gab es Kritik an der Umsetzung. Trotzdem bleibt Mulan ein ehrgeiziger Versuch, den Stoff erwachsen zu erzählen. Das Pathos wirkt manchmal aufgesetzt, doch die Bilder sind kraftvoll, und die Botschaft bleibt: Manchmal braucht es Mut, leise zu kämpfen. Als ernsthaftes Kriegsdrama hebt sich Mulan zwar ab, bleibt aber in Ton und Umsetzung teilweise unausgewogen.
4. Aladdin (2019)
Farbgewaltig, energiegeladen und mit viel musikalischem Elan: Aladdin gehört zu den Live-Action-Filmen, die ihr eigenes Tempo finden. Naomi Scott als Jasmin bringt eine neue Dimension in die Rolle, die politischer, entschlossener und mit einer klaren Vision für ihr Königreich auffällt. Der Song „Speechless“ wird zum emotionalen Kernstück und Statement zugleich. Will Smith als Dschinni geht das Wagnis ein, nicht mit Robin Williams zu konkurrieren, sondern den Part ganz neu zu denken, mit Humor, Wärme und Timing. Zwar ist nicht jede Szene gleich stark, doch als Gesamtbild überzeugt der Film mit Tempo, Witz und einer Jasmin, die wirklich etwas zu sagen hat.
Trotz starker Einzelmomente und einer überzeugenden Jasmin bleibt der Film stilistisch teilweise uneinheitlich und schafft es deshalb nicht in die Top 3.
3. Arielle, die Meerjungfrau (2023)
Kaum ein Disney-Film wurde im Vorfeld so diskutiert wie dieser und kaum einer hat sich so konsequent selbst neu erfunden. Halle Bailey spielt Arielle mit kraftvoller Stimme und einem authentischen Gefühl für jugendliche Sehnsucht. Ihre Darstellung bringt neue Tiefe, ohne die Verspieltheit der Vorlage zu verlieren.
Die Musik wurde modernisiert, einige Songs neu geschrieben, und auch die Dynamik zwischen den Figuren bekam mehr Erdung. Zwar sorgten manche CGI-Szenen für Kritik, doch Arielles emotionale Reise funktioniert. Vor allem bleibt sie nicht nur das Mädchen, das an Land will, sondern wird zur Figur, die sich aktiv entscheidet. Ein Film, der mutig neue Wege geht - nicht perfekt, dafür aber umso wichtiger. Die Neuinterpretation überzeugt durch starke Botschaften und eine präsente Hauptfigur, kämpft aber hin und wieder mit visuellen Schwächen und einem unausgewogenen Ton.
2. Cinderella (2015)
Lily James als Cinderella bringt in Kenneth Branaghs Realverfilmung mehr als nur Schönheit mit, denn ihre Figur zeigt Haltung, Anstand und eine ruhige Stärke, die dem Märchen eine ganz neue Glaubwürdigkeit verleiht. Die Geschichte bleibt zwar in erster Linie klassisch, die Tonlage ist aber diesmal wesentlich ernsthafter und aufrichtiger, und das ganz ohne dass der Disney-Zauber verloren geht. Cate Blanchett als Stiefmutter sorgte mit ihrer authentischen Ambivalenz für Begeisterung, während die atemberaubenden Kostüme immer wieder von Kritikern gelobt wurden. Der Satz „Have courage and be kind“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und wirkt dabei nicht nur wie ein plumper Kalenderspruch, sondern entwickelt Tiefe. Cinderella ist eine gelungene Neuauflage, die zwar nichts revolutioniert, aber dabei trotzdem ganz viel richtig macht.
1. Die Schöne und das Biest (2017)
Mit Emma Watson als Belle hat Disney seiner Märchenwelt ein kluges, entschlossenes Gesicht gegeben. Die Realverfilmung von Die Schöne und das Biest bleibt dem Zeichentrickklassiker musikalisch treu, ergänzt aber neue Songs und kleine erzählerische Details, die das Biest komplexer und menschlicher wirken lassen. Visuell ist das Ganze ein opulenter Rausch aus Gold, Samt und Kerzenlicht und ein absolutes Fest für Fans von Kulissenkino. Was den Film auf Platz eins hebt, ist die Balance: Er trifft gleichzeitig das Gefühl des Originals und erzählt mit noch mehr Tiefe. Belle ist hier nicht einfach nur eine verträumte Dorfschönheit, sondern wird als Frau mit Haltung dargestellt. Kritiker lobten Watsons Spiel und die gelungene neue Darstellung der Welt von Die Schöne und das Biest. Diese Verfilmung ist nostalgisch und modern und dabei auch noch erstaunlich berührend. Damit gelingt Disney die stimmigkeit und berührendste Realverfilmung im Disney-Kanon.
Vaiana (2026)
Vaiana war als Animationsfilm schon ein Befreiungsschlag: keine klassische Romanze, sondern eine Coming-of-Age-Geschichte mit kultureller Verwurzelung und einer Heldin, die sich selbst genug ist. Die geplante Realverfilmung wird von Dwayne Johnson mitproduziert, inklusive einer Rückkehr als Maui.
Die Erwartungen sind hoch: Wird in Vaiana die Authentizität der polynesischen Kultur beibehalten? Bleibt der Humor? Funktioniert die musikalische Wucht auch im Realformat? Der Filmstart ist im Sommer 2026 geplant, aber klar ist schon jetzt: Diese Vaiana ist alles andere als eine Nebenrolle und dürfte sich bald einen eigenen Platz im Ranking sichern.
Alle Live-Action Disney-Prinzessinnen des Rankings und wo du die Filme streamen kannst
In der untenstehenden Liste findest du alle Filme aus dem Ranking und siehst, auf welchen Plattformen du dir die Filme anschauen kannst.